Willy Baumann, HB9GG

29.03.1921, Silent Key 09. Januar 2009

hb9gg

Am Freitag, 9. Jan. 2009 ist Willy Baumann, HB9GG nach langer Krankheit für immer von uns gegangen.

HB9GG, Willy wurde am 29. März 1921 in Chur geboren, wo er aufwuchs und die Schulen absolvierte. Die aufkommende Radiotechnik faszinierte ihn so dass er beschloss, sich beim Radiofachgeschäft Bernhard in Chur zum Radioelektriker ausbilden zu lassen. Die moderne Technik begeisterte ihn und so blieb er auch nach der Lehre im Betrieb bis er 1946 mit der Aufgabe betraut wurde, ein Radiofachgeschäft im Engadin aufzubauen. Eine wichtige Aufgabe wartete auf ihn. Hier ging es nicht nur darum Radio- und Fernsehapparate zu verkaufen und zu reparieren. Sein Fachwissen war gefragt und wurde vor allem geschätzt, wenn es darum ging Umsetzer aufzubauen und zu erproben, um auch im Engadin und in anderen Bündner Tälern einen guten Empfang sicher zu stellen. Willy galt als Fachmann auf dem Gebiet der Radio- und Fernsehtechnik und so war es für ihn selbstverständlich, sein grosses Wissen als Lehrlingsausbildner weiter zu geben.

Am 27. Juni 1946 erwarb er den Radio- Telegraphistenausweis und anschliessend bewarb er sich um die Amateurfunk- Konzession, die ihm mit dem Rufzeichen HB9GG erteilt wurde. Er fand grossen Gefallen an Surplusgeräten aus Armeebeständen und bald war Willy aktiv in Telephonie wie auch in Telegraphie zu hören. Wieder nach Chur zurückgekehrt nahm er wesentlichen Anteil an der Belebung der gegründeten Funkamateur-Ortsgruppe Chur, die später – nach einer inaktiven Periode – in die neu gegründete USKA-Sektion Rheintal integriert wurde.

Willy war ein aktives Gründungs-Mitglied der neuen Sektion. Mit seinem Rat und mit der Bereitstellung von Geräten trug er wesentlich zum guten Gelingen von Veranstaltungen und Contesten bei. Er war immer voll mit dabei, wo Amateurfunk gelehrt, demonstriert oder praktiziert wurde. In der Sektion amtete er während vielen Jahren als Rechnungsrevisor bis er während einigen Jahren das Amt als umsichtiger, aktiver Präsident übernahm. Als technischer Mitarbeiter von Radio Rumantsch sorgte er im improvisierten Studio für die damals noch sehr wenigen Sendungen in räteromanischer Sprache. Anfangs der 60iger Jahre kehrte er seinem erlernten Handwerk den Rücken und er drückte nochmals die Schulbank, die er dann als Versicherungsinspektor verließ. Dank seiner grossen Flexibilität war er auch in diesem Beruf sehr erfolgreich.

In Willy verlieren wir einen Funkamateur von altem Schrot und Korn. Er verstand es Konflikte und Probleme zu lösen den richtigen Weg aufzuzeigen und auch ge- spannte Atmosphären wusste er durch den passenden Witz aufzulockern. So lange es ihm seine Gesundheit erlaubte war er regelmässiger Gast am Funker- stamm und seine Geschichten aus längst vergessenen Zeiten, wo noch nicht der PC die Station beherrschte sondern die roten Backen der Röhrenanoden, waren stets willkommen. Wir werden Willy als guten Freund, wie auch als fachkundigen und hilfsbereiten Funkamateur ein ehrendes Andenken bewahren.

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